Sahnewochenende für den CLV

Strahlende Gesichter gab es in Rostock bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im Lager des CLV Siegerland. „Ein Wochenende wie eine Steigerung!“ freuten sich die Trainer.
Am Freitag standen die Staffelläufe der weiblichen Jugend U18 an. Linda-Marie Otto, Nina Braun, Franziska Reiterer und Laura-Sophie Großhaus liefen trotz ungeliebter Innenbahn 48,78 Sekunden und verbesserten ihre Meldeleistung um fast eine halbe Sekunde. Damit qualifizierte sich das Quartett für das B-Finale, in dem die Plätze Neun bis Sechzehn vergeben wurden. Dank einer Umstellung bei einem Wechsel und der Anfeuerung durch die Teammitglieder Malin Arhelger (mit der sich der CLV auch für die Meisterschaften qualifizieren konnte) und Antonia Willig verbesserten die jungen Sprinterinnen in ihrem Endlauf auf 48,50 Sekunden und konnten die Konkurrenz aus Köln, Kreuztal, Potsdam und die Lokalmatadorinnen aus Rostock auf die Plätze verweisen.
Am Samstag standen die Vorläufe der männlichen Jugend U20 über 400m an. Nach einem durchwachsenen Saisonstart wusste David Brücher bei brütender Hitze in seinem Vorlauf mit 48,63 Sekunden und dem damit verbundnen Finaleinzug zu überzeugen.
Im Finale am Sonntag wollte der angehende Abiturient dann zuviel und musste seinem hohen Anfangstempo Tribut zollen. Auf Bahn Acht startend fehlte dem Viertelmeiler ein wenig die Orientierung, da alle Gegner durch die Kurvenvorgabe in seinem Rücken liefen. Am Ende standen in einer starken nationalen Konkurrenz Platz Acht und 48,78 Sekunden zu Buche. „Er hat zu Beginn zu kraftintensiv gelaufen und konnte dann hinten raus nichts mehr zusetzen,“ analysierte Armin Kring die Leistung seines Schützlings
Hohe Ziele hatte sich CLV-Sprinterin Nina Braun über 100m gesetzt. Beflügelt von der hervorragenden Staffelleistung konnte die Wilnsdorferin im Vorlauf mit 12,08 Sekunden trotz 2,3 Meter Gegenwind an ihre Bestleistung (11,99 sek) heransprinten und sich für den Zwischenlauf qualifizieren.
Hier kam es zu Duell mit der Düsseldorferin Jessie Maduka. Die gut 20 cm größere Rheinländerin behielt zwar die Oberhand, aber Nina konnte sich – wieder bei Gegenwind – auf hervorragende 11,92 Sekunden verbessern. Das bedeutet einen Platz im Finale. Dort herrschte wieder gegenwind, der dem Energiebündel scheinbar nichts ausmachte. Mit 12,10 Sekunden stürmte sie hinter den Jugend-WM-Teilnehmerinnen Maduka und Lückenkemper auf den Bronzerang und erfüllte damit die Maximalvorgabe ihres Trainers Daniel Kring: „Das Finale war Pflicht, da war dan zwischen Platz Drei und Acht alles möglich. Dass sie sich gegen diese starken Gegnerinnen so gut durchgesetzt hat, ist ein Traum!“ In dieser Euphorie war dann auch die fällige Dopingprobe kein Problem.
Nach der heimlich erhofften Medaille ging es am Sonntag dann über die halbe Stadionrunde. Hier war Nina als Zwölfte gemeldet und spekulierte auf einen Platz im Finale. Um 10:00 Uhr morgens verbesserte sie dann im Vorlauf ihre Bestzeit auf 24,52 Sekunden und zog als Drittplazierte in das nachmittägliche Finale ein. Trotz der schlechten Bahn Acht behielt sie hier den Überblick und stürmte nach einer hervorragenden Kurve mit 24,49 Sekunden auf den zweiten Platz und sicherte sich hinter Ausnahmetalent Gina Lückenkemper die Vizemeisterschaft. Diese wwürdigte dann auch die Leistung der CLV-Athletin. „Nina hat auf den ersten 100m richtig Druck gemacht!“
Im Ziel wusste sie noch gar nicht, was sie geleistet hatte und musste sich sowohl den Platz als auch die Zeit vom jubelnden CLV-Tross sagen lassen. „Nina hat ein richtiges Sahnewochenende erwischt. Zwei Medaillen, zwei neue Bestzeiten und ein super Staffelergebnis, mehr geht nicht!“
„Das war ein Wochenende mit mehr Licht als Schatten!“ freute sich CLV-Trainer Armin Kring, „Wir können hier als kleiner Ortsverein gegen die großen Startgemeinschaften bestehen und haben fast alle Ziele erreicht.“
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